Bestattung
Stillborn - Abschiedsfeier für
Sternenkinder

 

 

 




 

 


Bestattung

 

 

Zum Gemeindeleben gehört nicht nur Freude, sondern auch Leid. Der Tod gehört zum Leben dazu. Die Bestattung führt uns vor
Augen, dass auch wir sterblich sind.



Als Christen glauben und hoffen wir jedoch, dass mit dem Tod nicht alles aus und vorbei ist. Daran erinnern wir uns während des
gesamten Kirchenjahres, besonders aber in der Passions- und
Osterzeit. Gott selbst kam in diese Welt, wurde Mensch und als
kleines Baby in einer Futterkrippe in einem Stall in Bethlehem
geboren. So steht es in der Weihnachtsgeschichte. Er wurde in Jesus Christus Mensch, verletzlich und verwundbar. Das erfahren wir
besonders, hören wir die Passionsgeschichte. Freud und Leid
könnten kaum näher beieinanderliegen, als in den letzten Kapiteln der Evangelien, die die euphorische Stimmung beschreiben, die an Palmsonntag herrschte, als Jesus in Jerusalem einzog und von den Menschenmengen mit Hosiannarufen begrüßt wurde und kaum eine Woche später an Karfreitag dort endete, wo Leid, Trauer und Tod kaum übermächtiger hätten sein können: am Kreuz. In Jesus litt Gott selbst, wurde verlacht und verspottet, gedemütigt, verurteilt und starb den menschlichen und bitteren Tod am Kreuz.


Nicht nur für Jesus, auch für seine Jüngerinnen und Jünger, für seine Mutter und all jene, die ihn liebten und anwesend waren, müssen es die schwersten und dunkelsten Stunden ihres Lebens gewesen sein: Voller Qual, voller Hoffnungslosigkeit, voller Schmerz und Trauer.


Das Altarkreuz unserer Stadtkirche, das Jesus nach Stunden des
Todeskampfes zeigt, lässt anhand des dargestellten
Gesichtsausdrucks (Bild oben) jenen unvorstellbaren Schmerz nur erahnen, den er empfunden haben muss und den wohl auch
Angehörige eines geliebten Menschen empfinden, der im Sterben liegt oder bereits von dieser Welt gegangen ist.


Doch Ostern ändert alles. Jesus nahm dem Tode die Macht. Er stand auf, überwand Leid und Trauer, brachte nach Tagen der
Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit das Leben wieder ans Licht, wo doch zunächst alles verloren und endgültig schien.
Mit Jesu Auferstehung an Ostersonntag verbannte Gott die
Finsternis und ließ das österliche Licht aufstrahlen inmitten aller Dunkelheit dieser Welt. Das Leben - die Liebe - siegte über den Tod und erhellte alles. Der Tod hatte keine Macht mehr. Martin Luther wählte folgende Worte angesichts des wunderbaren, berührenden, tröstlichen und Hoffnung bringenden Geschehens, das sich da
zugetragen hatte, als er die Bibel übersetzte: "Der Tod ist
verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?" (1. Korinther 15,55)


Als Christen hoffen wir, dass erfüllt wird, was in der Offenbarung des Johannes geschrieben steht:
„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,1+3-5)



Die Bestattung soll uns an die Zusage Gottes erinnern, die er uns auch schon in der Taufe gemacht hat. In allem, was geschieht, ist er bei uns. Nichts ist vergebens, er selbst wird alles in Licht und Leben wandeln. Bei ihm sind wir geborgen.
Die Bestattung soll diesen Trost Gottes, der da spricht "ich mache alles neu", vermitteln. Auch, wenn wir manchmal meinen, dass alles endgültig und bereits
besiegelt sei, so ist doch bei Gott nichts unmöglich.

 

Es ist seitjeher ein Grundbedürfnis der Menschen, ihre Toten zu
bestatten. In Ehingen finden die Toten ihre letzte Ruhe auf dem Friedhof, der von der Heufelder bzw. Ulmer Straße umgeben ist.

"Bestattung" bezeichnet das Versenken eines Sarges bzw. einer
Urne. Es kann aber auch ein Gedenkgottesdienst ohne Beisetzung oder eine Trauerfeier vor der Beisetzung der bzw. des Verstorbenen stattfinden, soll die bzw. der Verstorbene im Rahmen einer
Feuerbestattung beigesetzt werden. Diese Trauerfeier kann in der Kirche/Aussegnungshalle, aber auch am Ort der Kremation
stattfinden. In beiden Fällen ist die bzw. der Verstorbene
aufgebahrt, denn zur christlichen Bestattung gehört der bewusste Abschied: Der Sarg bzw. die Urne der bzw. des Verstorbenen ist
daher auch im Gottesdienst anwesend.

 

In Gottes Wort können die Angehörigen Halt und Trost finden.
Der Gottesdienst wird im Namen des dreieinigen Gottes eröffnet. Weitere Elemente der Bestattung sind die Anrufung Gottes in Form eines Psalmgebets oder Eingangsgebets, die Verkündigung in Form der Schriftlesung und Predigt, Dank und Bitte in Form eines
Fürbittengebets und des Vaterunsers, die eigentliche
Beisetzungshandlung (Versenken des Sarges/der Urne), die Zusage Gottes in Form des Bestattungs- und Auferstehungswortes und der Segen.





Im Falle eines Todesfalls


Stirbt ein Mensch, so sollte der Hausarzt bzw. Notarzt
gerufen werden, der, wie auch im Falle des Todes im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung, den Totenschein ausstellt.

Daraufhin beauftragen Sie ein Bestattungsunternehmen, das die bzw. den Verstorbenen in die Leichenhalle überführt. Mit dem

Bestattungsunternehmen führen Sie auch ein Vorgespräch und
sprechen den Termin, die Art der Bestattung, da es mehrere Formen einer gottesdienstlichen Bestattung gibt, den Grabplatz und weitere Formalitäten ab.


Das Bestattungsunternehmen nimmt dann Kontakt mit dem
zuständigen Pfarramt auf.


Die Pfarrerin bzw. der Pfarrer, die bzw. der für die Bestattung
zuständig ist, wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen und einen Termin für ein Trauergespräch vereinbaren. Dieses Gespräch ist ein seelsorgerliches Gespräch, in dem mit Ihnen die Trauerfeier für die Verstorbene bzw. den Verstorbenen vorbereitet wird, an die
Verstorbene bzw. den Verstorbenen erinnert wird und das auch Raum für die Anliegen der Angehörigen geben soll.


Im sonntäglichen Gottesdienst, den die Gemeinde feiert, wird der bzw. des Verstorbenen in Form einer Fürbitte gedacht, die meist mit dem Auferstehungswort, das auch bei der Bestattung gesprochen wird, schließt:

"Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt." (Johannes 11,25)



 

Totengedenken am Totensonntag


Jährlich am Toten- und Ewigkeitssonntag, dem Sonntag vor dem ersten Advent, gedenken wir der Verstorbenen des vergangenen
Kirchenjahrs im Rahmen unserer Gottesdienste und einer
Gedenkfeier in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof, die von der Ehinger Kantorei musikalisch gestaltet wird. Es werden die Namen der Verstorbenen verlesen und Kerzen für sie entzündet.



 

 



Stillborn - Abschiedsfeier für
Sternenkinder




Leere Wiege – was nun?

Kein Ort.
Kein Platz. Es ist einfach nicht da – das Kind.

Gerade noch große Freude...
Nun jedoch große Traurigkeit.
Und oft die Frage:
Wie konnte das geschehen
und warum?
Viele Frauen müssen das
erleben.
Sie erleben eine Fehlgeburt.

„Man” spricht nicht gern darüber, es war ja noch so klein – und doch:
Es war schon da...

Kein Ort. Kein Platz.
Für die Trauer... Ich kann keinen Blumenstrauß hinlegen.

 




Stillborn – Sternenkinder


So nennt man Kinder, die nicht lebensfähig zur Welt kamen oder kurz nach der Geburt verstorben sind.
Bis zu einem Gewicht von 500 Gramm sind Kinder dem Gesetz nach nicht bestattungspflichtig. In vielen Gemeinden gibt es daher auch keinen Ort, an dem Mütter, Väter und Familienmitglieder ihre Kinder bestatten können.


Wir haben hier in Ehingen einen Ort auf unserem Friedhof – Ein Ort für Frauen und Männer, für Eltern, die betroffen sind, ein kleines Grab neben der Martinskapelle. Ein Ort des Gedenkens und der Trauer, um an die Kinder zu denken, die nicht leben konnten, nicht beerdigt werden konnten, unsere Welt nur kurz betraten – und doch Töchter und Söhne des Ewigen sind. So werden Mütter, Väter,
Großeltern und andere, ihrer Trauer Ausdruck verleihen können. Niemand ist vergessen...

Ein Ort der Trauer und Erinnerung.



Jeweils am dritten Donnerstag im März und Oktober findet unsere ökumenische Trauer- und Gedenkfeier für Sternenkinder um 16.30 Uhr in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof in Ehingen statt.



Unsere nächste ökumenische Trauerfeier ist am Donnerstag,
19. Oktober 2017 um 16.30 Uhr in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof.




Ansprechpartner:

Pfarrerin Susanne Richter
Tel.: 07391/53462


Diakon Roland Gaschler
Tel.: 07391/758315